Flugausbildung
Hubschraubermuster:
Die
Hughes 300 wurde ursprünglich als Hughes 269A oder TH-55 für die
Grundausbildung amerikanischer Militärpiloten entwickelt. Über die Modelle
269B, 269C weiterentwickelt, wurde die Hubschrauberproduktion von Schweizer,
New York übernommen, die auch die Variante 269CB produziert. Die
Schweizer/Hughes ist einer der häufigst verwendeten Trainingshubschrauber mit
Kolbenmotor. Die 269C hat einen Dreiblattrotor, einen Lycoming 4-Zylindermotor
mit 190PS bei einem maximalen Abfluggewicht von ca. 1 Tonne. Die Zuladung liegt
bei ca. 250kg abhängig von der mitgenommenen Kraftstoffmenge. Die maximale
Flugdauer beträgt ca. 3,5 Stunden bei einer Reisegeschwindigkeit von 75 Knoten.
Die
Robinson R22 ist der meistverkaufte Hubschrauber mit
Kolbenmotor und auch entsprechend häufig als Trainingshubschrauber zu finden.
Es ist ein moderner, schneller, aber auch recht kleiner Hubschrauber. Die R22
fliegt sich sehr schön, ist durch das leichte Rotorsystem und geringe Gewicht
bedingt bei einigen Manövern sehr sorgsam zu fliegen.
Ein
weiterer Trainingshubschrauber ist die Enstrom F28, ein
dreisitziger Hubschrauber mit Kolbenmotor, aber mit einem deutlich anderem
Flugverhalten und auch meist höheren Stundenpreisen. Die Bell 47
wird nur noch in Ausnahmefällen zu finden sein, da mittlerweile die
Betriebskosten überproportional gestiegen sind.

Der
populärste Hubschrauber mit Turbinenantrieb ist sicherlich der Bell
Jetranger, sein europäischer Gegenspieler der Eurocopter EC120.
Beide ein Traum zum Fliegen, jedoch zu Stundenpreisen um den Faktor zwei bis
drei höher als Kolbenmotorhubschrauber. Auch wer fest plant, später auf
Turbine zu fliegen, kann durchaus auf einer Hughes/Robby beginnen und nach dem
Scheinerhalt eine Umschulung auf Turbine durchführen. Dies ist sowohl in
Deutschland wie auch beispielsweise bei Bell Textron (USA) selbst möglich.
Für die Flugausbildung in Deutschland fliege ich die bewährte Hughes oder Schweizer 300C. Die Flugausbildung für die deutsche Privatpilotenlizenz (PPL (H)) findet bei einer gewerblichen Flugschule statt.
Ausbildungsinhalte:
Die Flugausbildung beinhaltet insgesamt mindestens 45 Flugstunden. Mindestens 25 Stunden davon werden mit Fluglehrer geflogen und bereits mindestens 10 Flugstunden im Alleinflug, d.h. ohne Begleitung eines Fluglehrers absolviert. Als Teil des Alleinflugausbildung ist ein Überlandflug vorgeschrieben, bei dem 2 weitere Flugplätze angeflogen werden und eine der Teilstrecken mindestens 100nm umfasst, mindestens 5 Flugstunden müssen im Lauf der Ausbildung alleine überland geflogen werden. Mindestens 5 Stunden werden zur Instrumentenausbildung verwendet.
Die ersten 5 - 10 Stunden haben als Schwerpunkt die Beherrschung des Hubschraubers im Schwebeflug, aber auch normale Starts und Landungen sind bereits enthalten. Dann verlagert sich das Training des Piloten auf das Verhalten in besonderen Situationen als Vorbereitung für den ersten Alleinflug. Im letzten Teil der Ausbildung folgt die Wiederholung, die Verfeinerung und das Training komplexer Manöver. Als Vorbereitung für den ersten Solo-Überlandflug wird die Navigation mit dem Hubschrauber geübt, die im allgemeinen aufgrund der Einsatzprofile von Hubschraubern einen Schwerpunkt auf Kleinflächennavigation hat.
Die praktische Ausbildung ist täglich bis Sonnenuntergang möglich, d.h. in den Sommermonaten bis 21 Uhr. Damit können auch Berufstätige unter der Woche fliegen, praktisch gesehen dauert ein typischer Ausbildungsflug ca. 90 Minuten. Am Wochenende und Feiertagen sind nicht alle nötigen Ausbildungsteile fliegbar, speziell in der zweiten Hälfte der Ausbildung können aber beispielsweise die Überland- und Alleinflüge zu diesen Tagen durchgeführt werden.
Nach Erhalt der Lizenz müssen Sie jedes Jahr einen Überprüfungsflug absolvieren.. Außerdem ist alle 2 Jahre eine Erneuerung des Fliegerärztlichen Tauglichkeitszeugnisses erforderlich.